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Popol Vuh

Bron: Bravo, nr.16, 1971
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Popol Vuh

foto sounds 70Die fortschrittlichste, ausgereifteste und vielleicht wichtigste deutsche Plattenproduktion will jedoch bis jetzt nich keine Plattenfirma veröffentlichen. Zu wenig expressiv, zu weit voraus, zu aleatorisch erscheint den bei Deutschlands etablierten Plattenfirmen angestellten

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Popol Vuh

Bron: Bravo, nr.45, 1972 
Auteur:

 

Popol Vuh

foto sounds 70Die fortschrittlichste, ausgereifteste und vielleicht wichtigste deutsche Plattenproduktion will jedoch bis jetzt nich keine Plattenfirma veröffentlichen. Zu wenig expressiv, zu weit voraus, zu aleatorisch erscheint den bei Deutschlands etablierten Plattenfirmen angestellten

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Popol Vuh über Popol Vuh

Source: Insert 'Affenstunde' (Liberty)
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Popol Vuh über Popol Vuh

POPOL VUH ist eine Musikgruppe, die mit dem MOOG-Synthesizer arbeitet, einem elektronischen Musikinstrument gigantisches Ausmaßes. Seit etwa fünf Jahren geistert die Moogmaschine in der Musikszene bizarr und nachäffend herum; wir haben gehört: Es fuhren Motorräder in einem Froschteich; Musik von Bach oder erfolgreiche Rockmusik wurden elektronisch reproduziert. Dinge, die wir schon gehört haben, haben wir noch einmal gehört, mehr nicht. Für uns ist der MOOG-Synthesizer die Möglichkeit, Klänge zu erzeugen, die wir noch nie gehört, immer nur geahnt haben – wir haben sie in uns herumgetragen. Wir finden sie in unserem Unbewußten, im Traum, wir finden sie beim Musikmachen.
Wir suchen sie nicht in der Maschine, sondern in uns. Unsere Ohren führen uns dann zu dem Sound – und die Moog-Maschine macht da immer mit. Du kannst etwa 7 Millionen verschiedene Klänge erzeugen, und in jedem Klang manifestiert sich ein anderes Gefühl von dir. Die Musik, die man mit dem MOOG machen kann, umfaßt schlechthin die Empfindungsmöglichkeit des Menschen. So zeigt diese Arbeit einen ungeheuerlichen Weg: sich selbst zu erfahren. Du mußt mit deiner Fantasie die Maschine kennenlernen, sonst begrenzt du sie, du mußt verstehen, daß deine Art zu denken, deine Art zu fühlen, die Summe von einer Menge von Vorgängen sind, du mußt den Ablauf dieser Vorgänge aufspüren, dann kannst du einen ähnlichen Weg an dem Instrument einschlagen und findest den Klang, der dem von dir an dir wahrgenommenen Gefühl, das du in Musik ausdrücken willst, genau entspricht.
So können Glück oder Angst im Übermaß von unserer Musik ausgehen. Nirgendwo ist sie einzuordnen, außer im Gefühlsbereich der Leute, die sie hören. Wenn du Angst vor deinen Gefühlen hast, dann wirst du bei dieser Musik auch Angst haben, wenn du Freude hast an dem, was in dir ist, dann wirst du dich finden in unsere Musik, dann ist dir, als würdest du träumen.

Florian Fricke: “Ich studierte seit meinem 14. Lebensjahr Musik an der Freiburger Musikhochschule und bei Rolf Hindemith. Mit 19 Jahre habe ich damit aufgehört. Ich hatte keine Lust mehr, überhaupt etwas anderes zu tun, als zu leben. Mit 25 Jahren etwa war ich so weit, ich hatte eine Menge gesehen, gehört und gefühlt, ich wollte es vermitteln. Ich beschäftigte mich mit dem Gedanken, ein Elektronium umzubauen; in dieser Zeit erfuhr ich von dem MOOG-Synthesizer. Innerhalb von 4 Monaten hatte ich ihn vor mir stehen. Nahezu Tag und Nacht habe ich mich damit beschäftigt; ich bin versunken in dieser Materie. Es hat praktisch nie aufgehört, in mir zu schwinge. Es ging blitzschnell, nach drei Monaten war ich an dem Punkt angelangt, wo das Lernen aus dem Spielen, dem Musikmachen kam. In der Zeit besuchten mich eine Menge interessierter Leute und Musiker. Holger und Frank waren die irrsten Typen. Wir beschlossen zusammenzuarbeiten.
Die Arbeit an unserer ersten Platte ‚Affenstunde‘ war sehr schön, sie entstand aus dem Leben, aus unseren Gesprächen, wir erzählten uns von Tropfsteinhöhlen, von den archaischen Schreien griechischer Frauen, nachts, vom schwarzen und scheckigen Ei, von Derwischen, wir nörgelten an der Knechthaltung der Inder herum, entwarfen einen freieren Weg für uns, wir waren glücklich. Wir haben nie geprobt, nahezu alles auf ´Affenstunde´ ist in einem einzigen Live Vorgang gespielt.

Holger Trülzsch: “Ich saß, bevor ich zu POPOL VUH kam, wegen Haschisch vier Monate in Nürnberg. Davor war ich bei Amon Düül II. Dort bin ich weg, als die Musik zu kommerziell wurde. Als ich zum Florian kam, hat er mir erstmal ein Rhythmusstück vorgespielt, da habe ich Angst gekriegt. Es hat mich voll im traumatischen Bereich erwischt”.

Frank Fiedler: “Ich war vorher auf der Filmakademie in Berlin und bei einer Musikgruppe. Mich interessiert am MOOG die irre Möglichkeit, mit Räumen zu spielen. Ich arbeitete am 4-Kanal Mischpult und dringe darauf, um den Moog herum eine Gitarrenszene aufzubauen.”

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Popol Vuh - ein neuer Sound

Source: Hamburger Abendblatt, 1972-04-01
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Popol Vuh - ein neuer Sound

Die Bewohner der oberbayrischen Gemeinde Baumberg kamen aus dem Staunen nicht heraus, als zwei “Typen” Kisten und meterlange Kabel in die Stiftskirche schleppten und für Tage in den heiligen Mauern verschwanden. Der ortsansässige Elektriker hätte seinen Meisterbrief von der Wand genommen, hätte er geahnt, was an technisch kompliziertem Gerät im Hauptschiff der Kirche installiert wurde. Was dann im Zusammenspiel mit der barocken Orgel herauskam, ist auf der neuen Platte der “Popol Vuh”, einer Gruppe, die sich nach dem heiligen Buch der Quiche-Indianer den Namen gab, zu hören: “In den Gärten Pharaos”(Pilz/BASF).
Kenner werden die Tongebilde unschwer als Product eines phantastisch gefürhten Moog-Synthesizers erkennen, von dem einer der ‘Popol Vuh”schwärmt: “Ein Wahnsinnsinstrumen, man kann alles damit machen. Wir entscheiden uns stets für Klänge, die uns selbst am meisten verzaubern. Wir achten beim Spielen darauf, glücklich zu sein.”
Er wird immer nach neuen Wegen der Pop-Musik gefahndet: “Popol Vuh” hat Pionierarbeit geleistet.

 

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