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Die fortschrittlichste, ausgereifteste und vielleicht wichtigste deutsche Plattenproduktion will jedoch bis jetzt nich keine Plattenfirma veröffentlichen. Zu wenig expressiv, zu weit voraus, zu aleatorisch erscheint den bei Deutschlands etablierten Plattenfirmen angestellten Produktions-managern die bereits für eine Plattenveröffentlichung fertiggestellte Bandaufnahme der Münchener Gruppe POPUL VUH. Unter diesem Namen arbeiten drei Musiker, zwei von ihnen (Florian Fricke und Frank Fiedler) zaubern auf dem Moog Synthesizer, und Holger Trülzsch spielt die Perkussionsinstrumente. Die Gruppe kam kürzlich in unsere Redaktion und spielte uns zwei Bänder vor, von denen je eins für eine Plattenhälfte ist.
Nachdem wir auf dem Moog so viel synthetisches Zeugs gehört haben, war die Moog-Musik des Münchener Trios eine Offenbarung. Hier werden nicht mit Elektronik natürliche Instrumente nachgeäfft, hier wird auch kein elektronischer Klangbrei fabriziert, sondern POPUL VUH ist die erste Gruppe, von der wir wirkliche Moog-Musik gehört haben. Dies ist eine Musik, die man nur auf dem Moog machen kann. Rhythmus-Schlabonen, sondern auch durch Bongo- und Schlagzeugrhythmen, die auf natürlichen Instrumenten entstanden sind, bereichert.
Viele Leute, die dem Moog-Synthesizer noch skeptisch gegenüberstehen, dürften sich bei diesen Aufnahmen fragen, warum das nicht veröffentlicht wird.
Doch niemand sollte sich wundern, wenn am Ende diese Aufnahme der POPUL VUH auf dem Ohr-Label erscheinen.

   From: Sounds, nr.11, november 1970